
Sonnabend, der 23. Juni. Alle waren sie schon dort und haben ihre Spuren hinterlassen: Deutsche, Polen, Balten und Russen. Nun wurde es für das Bikerteam Deutschland allerhöchste Eisenbahn für den Einstand im Baltikum. Pünktlich mit dem beginnenden Regen erreichen wir den Leipziger Stadtrand, wo wir uns mit Kai treffen. Vom Ziel in Szeczinek, dem früheren Neustettin in Westpommern trennen uns schlanke 592 Tageskilometer. Auf gehts! Den ersten Halt machten wir im brandenburgischen Wendisch-Rietz am Scharmützelsee. Führte uns doch unsere erste große Tour mit den Mopeds am Ende der Schulzeit im Jahre 1986 zum Zelten (und feiern) an diesen See. Was für geile Zeiten - Erinnerung pur! Nach diesem Zeitsprung kommen wir über Bad Saarow, Fürstenwalde, Steinhöfel und die Seelower Höhen schließlich ins Küstriner Vorland auf der deutschen Seite der Oder. Über die alte Stahlfachwerkrücke fahren wir in unser Nachbarland Polen und kommen nach Küstrin. Die Altstadt befand sich auf der seit Kriegsende zu Polen gehörenden Landzunge zwischen Warthemündung und Oder und ist seit den Kämpfen am Kriegsende zu 90 Prozent zerstört. Sattes Grün wuchert nun auf den ehemaligen Straßen und Plätzen. Nachdem wir uns im neuen Küstrin mit dem hiesigen Zahlungsmittel Zloty eingedeckt haben, setzten wir unsere Reise durch die polnische Woiwodschaft Lebus, der früheren Neumark, fort. Dem Regen sind wir fürs Erste entkommen und es macht sich auf teilweise gut ausgebauten Straßen Fahrfreude bemerkbar. Wir genießen die seltenen Kurven, ehe es auf zum Teil naturbelassenen Etappen wieder weniger fahrwerksschonend weiterging. Über eine Mischung aus Haupt- und Nebenstraßen ziehen wir unsere zügigen Bahnen durch Westpommern in Richtung Neustettin, unserem heutigen Etappenzielort. Am späten Nachmittag erreichen wir das 40.000 Einwohner zählende Szczecinek (früher Neustettin) im Zentrum der Draheimer Seenplatte in Hinterpommern. Wir übernachten heute in den historischen Mauern des Tagungshotels am Streitzigsee. Den Abend verbrachten wir im Hotelrestaurant und im Biergarten am See. Hier gab es eine LED-Wand, wo wir das letzte Tor der Deutschen Nationalelf vor dem Vorrunden-Aus in der WM2018 zur Kenntnis nahmen. Hallelujah & bis morgen.
Sonntag, 24. Juni: Das Tagesziel für heute ist die Marienburg im gleichnamigen Ort in Westpreußen. Von dort trennen uns 263 Kilometer, die wir nun gemeinsam unter die Pneus nehmen werden. Wir verließen Neustettin gegen 10 Uhr und nach einiger Zeit hatte es auch der Regen wieder bis zu uns geschafft. Was solls; ändern können wir das Wetter leider nicht. Haupt- und Nebenstraßen wechseln sich ab und wir kommen gut voran. In die heutige Tagesetappe hatten wir bei der Vorplanung auch den ersten Offroad-Leckerbissen eingebaut: 20 km über Sand- und Lehmpisten! Eigentlich ne spitzen Idee, wenn nur das Wetter nicht so unkameradschaftlich gewesen wäre. Bein links raus, Bein rechts raus - rutschen vorn, rutschen hinten: Adrenalin pur. So weit, so gut: alle blieben in der schlammigen Spur und durchgewärmt waren wir nun auch wieder. Plötzlich ein Stau - und was für einer. Wir schlängeln uns geschickt vorbei und sehen die Ursache: Schwerer Unfall, Straße dicht! Die Jungs von der Feuerwehr hatten Verständnis und schickten uns als Umleitung direkt durch den Wald. Das war genial: Auf kleinsten Wegen hämmern wir durch den pommerschen Forst: 1A! Das Ende des Forstweges war fließend und plötzlich standen wir in einem kleinen Dorf mitten im Wald. Weiter ging es im Slalom um riesige Pfützen im preußischem Katzenkopfpflaster. Irgendwann kamen wir wieder aus dem Wald heraus und setzten die Reise etwas zivilsierter fort. Einen Fotostopp machten wir in der Tucheler Heide am Rande des Müskendorfer Sees bei Klein Schwornigatz (Małe Swornegacie). Diese Gegend im östlichsten Teil der Pommerschen Seenplatte gehört bereits zur Kaschubei. Die weiteren Stationen bis zum Ziel Marienburg (Malbork) waren Guttowitz (Gutowiec), Heiderode (Czersk), der Kalemba-See bei Ossieck sowie Marienwerder (Kwidzyn). Etwas früher als sonst üblich schlugen wir im Hotel in Marienburg auf: Zeit genug zur Besichtigung der alten Ordensburg des Deutschen Ritterordens. Bis morgen!

Montag, 25. Juni: Wir dachten eigentlich, rein wettertechnisch das Gröbste überstanden zu haben. Doch Pustekuchen! Die für heute ursprünglich geplante großartige Tour über 342 km durch Ostpreußen und Masuren fiel buchstäblich ins Wasser, denn es kübelte zum Teil, was runterging. Die erste Etappe von Marienburg nach Heilsberg war dann auch fast wie auf hoher See: Der Kahn schlingert durch Kurven mit tiefen Spurrillen sowie Wasser und Wind von allen Seiten! Leider wenig Gelegenheit für Blicke Links und Rechts der Landstraße. Logistische Nachschubprobleme an alleroberster Stelle verschafften uns mehrere Regenpausen, in denen dann mal wieder Motorrad gefahren werden konnte. Ein kurzer Abstecher in die sehr sehenswerte Kleinstadt Rössel (Reszel, Woiwodschaft Ermland-Masuren) darf auf unserer Reise trotzdem nicht fehlen. Die Stadt liegt in der historischen Region Ostpreußen unweit der Großen Masurischen Seen und ist für ihre Burg des Deutschen Ritterordens und und die Große Pfarrkirche St. Peter und Paul bekannt. Über Heiligelinde (Swieta Lipka) kommen wir nach Rastenburg (Kętrzyn). Das ehem. FHQ Wolfsschanze ließen wir heute links liegen. Wir kennen es bereits und für einen erneuten Besuch fehlt heute einfach die Zeit. Zwischen Rastenburg, Lötzen und Lyck hatten wir nun einen Mix aus Regen, Wolken und auch einigen sonnigen Abschnitten. Die Fahrt durch die sanften Hügel entlang großartiger Seen entschädigte uns für die am Morgen erlittene Schmach. Gegen 17 Uhr erreich wir die Stadt Augustow in Podlachien. Sie befindet sich unweit von Suwalken im polnisch-litauischen Grenzgebietes. Im Hotel "Warschau" direkt am Leckosee haben wir gebucht und verbrachten einen gediegenen Abend. Zu erzäglen gab es ja wieder genug. Gute Nacht!
| Tourentag 1: 23.06.2018 | Tourentag 2: 24.06.2018 | Tourentag 3: 25.06.2018 |
| Erzgebirge - Neustettin | Neustettin - Marienburg | Marienburg - Augustow |
| Startseite | Tage 1-3 | Tage 4-6 | Tage 7-9 | Bildergalerie |
- Geschrieben von Thomas Fischer
- Zugriffe: 6674

Sonnabend, der 1. Juni. Endlich starten wir in den ersten - und mit 600 km auch längsten - Tourentag mit dem Ziel Prutz in Tirol. Der erste Stopp war im böhmischen Ostrov, wo wir uns mit Bikerteamer Andre trafen. Die nächste Station auf unserem Weg in den Süden war die bayrische Landeshauptstadt München. Das quirlige Gewusel in München lag hinter uns und wir freuen uns auf die Alpen, denen wir auf der A95 immer näher kamen. Die ersten Schmunzler unter den Helmen gab es dann auf der B23 zwischen Oberau und Ettal. Endlich wieder Kurven - wie haben die gefehlt! Vorbei am Plansee und über den Fernpaß kamen wir hinüber ins Tiroler Gurgltal mit seinen Hauptorten Tarrenz und Imst. Bei Arzl kamen wir ins Pitztal und folgten der Landesstraße 16 bis Wenns. Hier beginnt der steile Aufstieg ins Pillertal mit seinem markanten Aussichtsblick Pillerhöhe auf 1.566 m Seehöhe. Nach einem Weitblick bei Kaiserwetter ließen wir die Bikes genussvoll hinab ins Inntal tanzen. Wenige Kilometer trennen uns noch vom heutigen Tagesziel Prutz und dem Hotel „Zur Post“. Gegen 18 Uhr erreichten wir nach 599 km Prutz am Inn und freuen uns auf einen schönen Abend.
Sonntag, 2. Juni: Sonne, 17 Grad – perfekt! Wir verlassen das Hotel „Zur Post“ in Prutz und starten zu unserer ersten großen Alpenetappe über insgesamt 464 km. Die Höhepunkte sind das Schweizer Engadin, der Malojapass und die oberitalienischen Seen. Unser Tagesziel liegt im Aostatal in der gleichnamigen italienischen Region. Wir fuhren auf der B180 im Oberinntal in Richtung der Tiroler Landesgrenze zur Schweiz. Wir kommen ins Engadin, einem Hochtal im schweizerischen Kanton Graubünden. Als eines der höchstgelegenen bewohnten Täler Europas ist es mehr als 80 km lang und durch so klangvolle Namen wie St. Moritz, Pontresina und Maloja weltbekannt. Nach Sankt Moritz fahren fahren wir entlang der Oberengadiner Seenplatte in Richtung Malojapass. Dort wartet der erste Spaß des Tages auf uns. Dieser Traumpass brachte uns per Express vom Oberengadin hinab ins über 400 Meter tiefer gelegene Graubündner Bergell oder eben Val Bregalia. In Castasegna verließen wir die Schweiz in die Region Lombardei in Italien. Über Ponteggia und Chiavenna kommen wir an den Comer See. Er ist zugleich drittgrößter der oberitalienischen Seen als auch Italiens drittgrößtes Binnengewässer. Nach einem Fotostopp bei San Siro streifen wir erneut die Schweiz und kommen nach Lugano am Luganersee. Das nächste Highlight war der Lago Maggiore, wo wir bei Luino pausierten. Am frühen Abend schlugen wir im Hotel in Pollein bei Aosta auf. Wir waren komplett dehydriert und mussten sofort an die Tränke. Auf uns Männer!

Montag, 3. Juni: Wie bestellt haben wir Kaiserwetter im Aostatal. Heute geht es über den 2.188 Meter hohen Kleinen Sankt Bernhard (Col du Petit Saint-Bernard) hinüber in die Savoyer Alpen nach Frankreich. Auf kleinen Straßen verließen wir den Großraum Aosta in Richtung Villeneuve und Superstrada 26. Südlich von Morgex beginnt die Auffahrt zum 1.972 m hohen Colle San Carlo, einer willkommenen Alternative zur unteren Nordrampe des Col du Petit St-Bernard. Hinter dem Pass auf über 1400 Metern Seehöhe liegt das Hochtal von La Thuile, wo nun der eigentliche Anstieg zum Kleinen Bernhard beginnt. Wir ziehen die breiten Kurven hinauf und schon wieder kratzen die Fußrasten. Keine Ahnung, was die hier in den Asphalt mischen. Zu Hause würde so eine Schräglage definitiv in die Hosen gehen. Einige Kehren weiter wechseln wir scheinbar die Klimazone und kommen auf die Passhöhe in 2.188 Metern Seehöhe. Links und rechts der Fahrbahn türmen sich gewaltige Schneeberge auf. Wir sind erstaunt. Doch nun weiter hinab ins Tal der Isere nach Bourg-St-Maurice, dass wir nach insgesamt 52 Pass-Kehren erreichen. Über die N90 im Tarentaise-Tal kommen wir nach Moutiers und später zur Westrampe des 2.000 m hohen Col de la Madelaine. Bei La Chambre kommen wir ins Tal des Arc in der Maurienne. Bei Saint-Jean-de-Maurienne gibt es eine kleine Serpentinenstraße hinauf ins Bergdorf Montvernier: 18 Serpentinen auf 4 Kilometern - irre! Nach dem Col du Glandon (1.924 m) und dem Col de la Croix de Fer (2.067 m) erreichen wir das Tal der Romanche. Nach 272 km sind wir gegen 17 Uhr in Le Freney-dʼOisans, unserem heutigen Tagesziel.
| Tourentag 1: 01.06.2019 | Tourentag 2: 02.06.2019 | Tourentag 3: 03.06.2019 |
| Erzgebirge - Tirol | Tirol - Engadin - Aosta | Aosta - Le Freney |
| Startseite | Tage 1-3 | Tage 4-6 | Korsika 1 | Korsika 2 | Heimreise | Bildergalerie |
- Geschrieben von Thomas Fischer
- Zugriffe: 4983

Dienstag, der 23. Juni. Bei strahlend blauem Himmel verließen wir das Stiftshotel Keysermühle in Richtung Karlsruhe. Am Abend wollen wir in Schiltach im mittleren Schwarzwald sein. Vor uns liegt eine 320 km lange Tour, die uns durch das Rheintal hinüber in den Schwarzwald bringt. Nach ein paar Extra-Schleifen werden wir in Schiltach an der Deutschen Fachwerkstraße vor Anker gehen. Auf gehts: Karlsruhe und das heiße Rheintal haben wir zügig hinter uns gelassen. Nun schrauben wir uns hinauf in den Nordschwarzwald und kommen nach Altensteig mit seiner aufgehübschten Altstadt und Schloss am Oberlauf der Nagold. Später wedeln wir auf der Landesstraße 79 durch tief eingeschnittene Täler zwischen Forbach und Bermersbach oberhalb des Murgtals. Wir erreichen die bekannte Schwarzwaldhochstraße - und waren eigentlich enttäuscht. Breite Straßen, ausgebaute Kurven, generelle Beschränkungen auf 70 oder 50 km/h und jede Menge Polizei. Das überregulierte Blitzerparadies Hochschwarzwaldstraße verließen wir Richtung Freudenstadt. Oberhalb des Kinzigtals rollen wir dem Tagesziel Schiltach entgegen und erreichten den romantischen Ort an der Deutschen Fachwerkstraße am späten Nachmittag.
Mittwoch, 24. Juni: Schiltach - was für eine Kulisse! Wir rollten vom Marktplatz und verließen dieses Kleinod im Kinzigtal zu unserer Tagestour Nummer Fünf. Heute steht unser zweiter Schwarzwaldtag auf dem Programm. Auf dem Weg zum Feldberg, wo wir heute Abend sein werden, wollen wir noch eine große Schleife über die Schwäbische Alb sowie den mittleren Teil des Schwarzwaldes legen. Vom Terrassenbier am Feldberg trennen uns aktuell 270 Kilometer. Auf schmalen Pfaden, vorbei an kleinen Weilern erkunden wir die ländlich geprägte Region nordöstlich von Schiltach. Bei Aistaig kommen wir hinab ins Tal des oberen Neckar und folgen diesem bis nach Oberndorf im Landkreis Rottweil. Ab hier wird’s wieder nun langsam wieder schöner, denn wir kommen in das Vorland der Schwäbischen Alb. Gut ausgebaute Straßen, wenig Verkehr und griffige Kurven mit gleichmäßigen Radien. Das ganze garniert mit Kaiserwetter vom Feinsten und ab und an einmal eine kleine Ortschaft. Was für ein Genuß! Wehingen, Dürbheim, Aldingen. Unsere Schleife über die Schwäbische Alb endet bei Rottweil. Durch die Uhrenstadt Schramberg kommen wir wieder in den Mittleren Schwarzwald. Nach einer Pause bei Sankt-Georgen fahren wir über Hornberg, Schonach, Furtwangen und Titiseee-Neustadt dem Tagesziel weiter entgegen. Das Hotel Diana in Feldberg - unser Hauptquartier für zwei Tage – erreichten wir wie erwartet gegen gegen 17 Uhr.

Donnerstag, 25. Juni: Heute ist Ruhetag im Team. Na ja, nicht ganz Ruhe, denn irgendeine Idee werden wir schon haben. Kurz überlegt – genau! Was liegt näher, als mit den Bikes direkt an den Feldberg zu fahren und dann mit der Bahn hinauf auf das Plateau zu gondeln. Eine prächtige Idee. Einige Minuten später schwebten wir im Bergzirkus Feldberg ein und parkten die Bikes. Das wird ein schöner Tag! Mit der Feldbergbahn wagten wir die "Bikerteam-Erstaufgondelung" zum Seebuck in die schwindelerregende Höhe von 1.450 Metern über dem Meer. Aus allen Richtungen sichtbar ist das Bismarckdenkmal, dass Verehrer des Reichskanzlers Otto von Bismarck im Jahre 1896 errichten ließen. Natürlich darf auch der Besuch des Feldbergturms nicht fehlen. Von der Terrasse in 45 Metern Höhe gibt es einen feinen Rundumblick. Ein Rundgang durch das Schinkenmuseum rundete unseren Besuch ab und wir schwebten wieder talwärts. Nach dem Besuch des Feldbergs hatten wir noch Lust auf ein kleines Ringel mit den Bikes und so wedelten wir noch zum Schluchsee. Am Abend wurde noch gewandert - und zwar ins ital. Restaurant "Da Rocco".
| Tourentag 4: 23.06.2020 | Tourentag 5: 24.06.2020 | Tourentag 6: 25.06.2020 |
| Klingenmünster - Schiltach | Schiltach - Feldberg | R U H E T A G |
|
|
| Startseite | Tage 1-3 | Tage 4-6 | Tage 7-9 | Bildergalerie |
- Geschrieben von Thomas Fischer
- Zugriffe: 4963

Sonnabend, der 20. Juni. Die Zeit zwischen den Bikertagen war lang, viel zu lang. Heute nun endlich gehts los. Offizieller Tourauftakt war im thüringischen Magdala. 475 Kilometer trennen uns vom Tagesziel Winterberg im Hochsauerland. Nach dem uns bestens bekannten Thüringer Wald geht’s dann durch absolutes Neuland, dem Dauerzustand der kommenden Tage. Über Stadtilm und Ilmenau kommen wir hinauf zum Rennsteig und weiter Richtung Meiningen in der Region zwischen Werrasenke und Vorderrhön. Nach Gerthausen und Kaltensundheim kommen wir in das Biosphärenreservat Rhön im Dreiländereck Thüringen, Bayern und Hessen. Nach der Rhön streifen wir den nördlichen Teil des Vogelsbergs als Teil des Hessischen Berglandes. Auf unserer Strecke liegen Alsfeld, Schwalmstadt und Frankenberg an der Eder. Wir verlassen Hessen und sind nun in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands. Wir kommen nach Hallenberg, der zweitkleinsten Stadt in NRW. Sie liegt am Südrand des Rothaargebirges im Hochsauerlandkreis. Und genau dort wollen wir hin – ins Sauerland! Souverän absolvieren wir den Rest der heutigen Tagestour und so langsam schmerzt nicht nur der Hintern. Mit dem Gedanken an ein frisch gezapftes kühles Bier erreichen wir das Panorama-Hotel im Winterberger Ortsteil Niedersfeld.
Sonntag, 21. Juni: Vom Hochsauerland geht es heute hinüber in die Eifel bis zum Rand der Ardennen nach Monschau. Bei 19 Grad starten wir in den sonnigen Sonntag und fahren nach Winterberg, einer Kleinstadt im Rothaargebirge. Danach ging es hinauf zum „Kahlen Asten“, dem mit 841 Metern zweithöchsten Berg Nordrhein-Westfalens. Von hier oben ergeben sich imposante Fernblicke ins Rothaargebirge und wenn man Glück hat, bis zum 160 Kilometer entfernten Brocken im Harz. Nach dem Rothaargebirge kommen wir in den Westerwald und weiter ins Rheintal. Vor der herrlichen Kulisse des Siebengebirges erreichen wir die Stadt Linz am Rhein südlich von Bonn. Hier gibt es eine Fähre über Deutschlands größten Strom und natürlich wartet die auch auf uns. Also rauf auf die Schaluppe und hinüber ans linke Ufer des Rheins. Nach dem Anlegen der Fähre in Kripp fahren wir weiter nach Remagen. Hier stehen die Reste der ehemaligen Ludendorff-Brücke über den Rhein – besser bekannt als Brücke von Remagen. Über Bad Neuenahr und Kreuzberg im Ahrtal kommen wir nach Bad Münstereifel, einem mittelalterlichen Kleinod mit nahezu vollständig erhaltener und restaurierter Stadtmauer. Am späten Nachmittag sind wir am Ziel der heutigen Etappe und erreichen Monschau. Die Stadt nahe der belgischen Grenze ist für ihr mittelalterliches Zentrum mit Fachwerkhäusern und engen Kopfsteinpflasterstraßen bekannt. Wir sind nach 290 Kilometern angekommen: ab jetzt ist Entspannung befohlen!

Montag, 22. Juni: Von Monschau soll es heute bis an den Rand des Pfälzer Waldes nach Klingenmünster in der Rheinebene gehen. Vor uns liegen über 303 Kilometer durch die Eifel, das Moseltal, den Hunsrück und den Pfälzer Wald. Eine anspruchsvolle Tour, zu der wir nun bei abermals bestem Wetter aufbrechen. Verschlafene und doch sehenswerte Orte säumen unseren Weg in den südlichen Teil der Eifel, der besser als Vulkaneifel bekannt ist. Wir genießen die Kurven mit griffigem Belag und unter dem Helm geht ein grinsen von einem Ohr zum anderen. Das nächste Ziel im Roadbook für heute ist das Moseltal zwischen Cochem und Traben Trarbach: wunderschön! Dieses verlassen wir bei Zell und schrauben uns durch sanfte Kurven hinauf in die Mittelgebirgslagen des Hunsrück. Dieser bildet den südwestlichen Teil des Rheinischen Schiefergebirges und befindet sich zu großen Teilen in Rheinland-Pfalz. Nach dem Hunsrück und dem Saar-Nahe-Bergland ging es nun hinein in den Naturpark Pfälzerwald, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands. Und das mit den Bikes; besser geht’s nicht! Ungezählte Kurven später sind wir wieder in der Rheinebene. Auf der "Südlichen Weinstraße" kommen wir nach Klingenmünster, unserem heutigen Etappenort. Nach einem Abend auf der Burg Landeck ging ein herrlicher Tag zu Ende.
| Tourentag 1: 20.06.2020 | Tourentag 2: 21.06.2020 | Tourentag 3: 22.06.2020 |
| Thüringen - Sauerland | Sauerland - Rhein - Eifel | Eifel - Mosel - Pfalz |
| Startseite | Tage 1-3 | Tage 4-6 | Tage 7-9 | Bildergalerie |
- Geschrieben von Thomas Fischer
- Zugriffe: 5161

Freitag, der 26. Juni. Die Tagestour Nummer 7 bringt uns heute aus dem Schwarzwald hinüber ins mittelfränkische Rothenburg ob der Tauber. Vor uns liegt eine mit 356 Tourenkilometern recht anspruchsvolle Strecke. Der erste Abschnitt für heute führte uns heraus aus dem Schwarzwald, kurz durch das Neckartal und dann hinein in die westliche Schwäbische Alb. Über Kirchheim Teck, Schorndorf, Schwäbisch-Hall und ein paar Kilometer auf der A6 und der A7 kamen wir schließlich ins altehrwürdige Rothenburg ob der Tauber, unserem heutigen offiziellen Etappenort. Rothenburg ob der Tauber liegt im Norden Bayerns an der Grenze zu Baden-Würtemberg. Der historische Stadtkern mit seinen Fachwerkhäusern ist von einer begehbaren Stadtbefestigung umgeben und will entlang der kopfsteingepflasterten Straßen und Gassen entdeckt werden. Nach 20 mal links und 30 mal rechts waren wir und die Navis einigermaßen verwirrt. Geschätzte drei Komplettbesichtigungen später fanden wir dann schließlich doch noch die Einfahrt in die Garage unseres Hotels direkt in der Altstadt. Wir ließen die Anker fallen und freuen uns auf den Abend in Rothenburg.
Sonnabend, 27. Juni: Der Tag startet mit Kultur. Nach einem letzten Kaffeechen geht’s bei bestem Wetter hinein in die historische Altstadt von Rothenburg. Coronabedingt sind die Straßen und Plätze nahezu touristenfrei – uns gefällts. Denen, die davon leben müssen, garantiert nicht. Wie auch immer, wir hatten wunderbare Eindrücke aus Rothenburg ob der Tauber und sind froh, hier in diesm Juwel Station gemacht zu haben. Durch das im südlichen Teil der Stadtmauer gelegene Spitaltor verließen wir schließlich die Altstadt in Richtung Taubertal. Aus Mittelfranken soll es heute in die Rhön gehen. Südlich der Wasserkuppe - im osthessischen Landkreis Fulda - befindet sich Poppenhausen, der letzte Etappenort der Bikertage 2020. Wir fliegen immer entlang des Flußlaufes der Tauber: Röttingen, Schäftersheim, Elpersheim. Weiter geht’s über Bad Mergentheim und Boxberg Richtung Hardheim im fränkischen Odenwald. Am Ende des Taubertals liegt Wertheim. Hier an den Ausläufern von Odenwald und Spessart befindet sich die Mündung des Taubers in den Main. Heute hat es uns nun endlich mal wieder erwischt und wir wurden zwischen Spessart und Rhön so richtig schön eingeweicht - egal! Unterhalb der 950 Meter hohen Wasserkuppe - dem Berg der Flieger - haben wir im Poppenhausener Ortsteil Abtsroda die letzte Übernachtung der Bikertage 2020 gebucht. Im Restaurant Hessisch Canada feat. Berggasthof Zum Hirsch gabs nach 296 Kilometern im Sattel noch was richtig Gutes zum kauen. Bis morgen!

Sonntag, 28. Juni: Randvoll mit Erinnerungen an eine geniale Woche starten wir in den neuen Tag zur letzten gemeinsamen Tour. Diese führt uns quer durch die Rhön im Dreiländereck aus Bayern, Hessen und Thüringen und dann immer weiter in Richtung Vogtland und schließlich nach Sachsen. Im Biosphärenreservat Rhön wechseln wir ständig die Ländergrenzen und wissen ehrlich gesagt nicht immer, ob wir gerade in Hessen, Bayern oder Thüringen sind. Die Spuren der Teilung sind nach 30 Jahren Deutscher Einheit endlich verwachsen und das ist auch gut so. Über die Hohe Geba (Gebaberg 751 m) in der vorderen Rhön kommen wir nach Thüringen. Unsere nächsten Ziele auf der Tour sind Stepfershausen, Meinigen und Rohr. Nach Bischofrod bei Schleusingen sind wir nun auf dem Kamm des Thüringer Schiefergebirges. Nördlich von Masserberg queren wir den Rennsteig und fahren durch das Massetal nach Katzhütte. Wir folgen dem Verlauf der B281 in Richtung Probstzella im Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale. Traurige Berühmtheit erlangte Probstzella als DDR-Grenzbahnhof für Interzonenzüge von Westdeutschland nach Westberlin. Zum Glück alles Geschichte. Über Schleiz, bekannt durch das Schleizer Dreieck, kommen wir zum Oberlandring bei Zeulenroda. Hier fand nun die Abschlussveranstaltung der Bikertage 2020 statt, und zwar auf 9 PS Karts. Das wars - ab jetzt freie Jagd nach Hause. am Ende der Tagestour habe ich 315 km mehr auf der Habenseite. Insgesamt sind wir in 9 Tagen um die 2.700 km durch Deutschland gehobelt. Bis zum nächsten Mal!
| Tourentag 7: 26.06.2020 | Tourentag 8: 27.06.2020 | Tourentag 9: 28.06.2020 |
| Alb - Mittelfranken | Rothenburg - Rhön | Rhön - Erzgebirge |
| Startseite | Tage 1-3 | Tage 4-6 | Tage 7-9 | Bildergalerie |
- Geschrieben von Thomas Fischer
- Zugriffe: 4958






