
Freitag, 24.06.2022: Nach dem Ruhetag am Balaton wird heute endlich wieder Motorrad gefahren. Gegen 11 Uhr verlassen wir das „Carpe Diem“ in Siofok und starten in den neuen und sehr heißen Tourentag. Vor uns liegen über 270 meist unspektakuläre Kilometer durch Westungarn, das Burgenland und die Steiermark. Unser Ziel ist Graz, die Hauptstadt der Steiermark. Dort wollen wir am Abend etwas kaiserliches Flair genießen. Bei Balatonmariafürdö erklommen wir noch einen hölzernen Aussichtsturm mit 1A Blick über den Balaton und danach verlassen wir die Balaton-Region und fahren weiter durch das flache Westungarn. Über Zalacsany, Zalaegerszeg und Körmend kommen wir an die Grenze HU-A bei Rábafüzes. Nun sind wir mal wieder in Österreich. Weiter gehts durch das Lafnitztal im Burgenland und später durch das Raabtal in der Steiermark. Am späten Nachmittag erreichen wir Graz, dass inmitten eines Talkessels zu beiden Seiten der Mur liegt. Wir haben eine Unterkunft mitten in der Grazer Altstadt gebucht - vor uns liegt ein schöner Abend in den alten Gassen des historischen Zentrums. Ba Ba!
Sonnabend, 25.06.2022: Auf geht’s zur vorletzten Tagestour von Graz bis ins südböhmische Trebon. Vor uns liegen 316 Kilometer durch die Berge der Steiermark und durch Niederösterreich. Wir verließen wir den Grazer Kessel und kommen über die gut ausgebaute S35 und das Grazer Bergland nach Bruck an der Mur. Bei Kapfenberg wechseln wir auf die B20 und kommen immer weiter hinein in die Berge des Hochschwab. Vor uns liegt Mariazell, der wichtigste Wallfahrtsort in Österreich. Wir fahren weiter durch die Ybbstaler Alpen und gleiten schließlich hinab ins Donautal nach Ybbs-Persenbeug. Nach einer Pause an der Donau fuhren wir durch ein Gewusel von kleinen und kleinsten Straßen Richtung Norden. Auf der Strecke von Arbersbach hinauf an die böhmische Grenze gab es schon wieder einige lustige Ortsnamen. Groß Gerungs ist mir im Gedächtnis hängen geblieben. Egal. Bei Gratzen auf dem zugigen Gebirgskamm überquerten wir die Grenze nach Böhmen und rollten gegen 16:30 ins altehrwürdige Trebon. Das Hotel Galerie war schnell gefunden und nach dem Parken der Motorräder machte sich Zufriedenheit breit. Bis morgen!

Sonntag, 26.06.2022: Nach einem ausgiebigen Stadtrundgang durch die alten Gassen von Trebon verließen wir dieses Kleinod in Südböhmen und machten uns nun an die letzte gemeinsame Tour der Bikertage 2022. Je nach Wohnort liegen zwischen 300 und 400 Kilometer vor uns, die wir nun bei bestem Fahrwetter angehen. Unsere Strecke haben wir abermals durch die schönsten Regionen Böhmens, möglichst abseits der großen Verkehrswege, gelegt. Über Lomnitz an der Lainsitz und Moldautein kamen wir nach Milevsko, dem früheren Mühlhausen. Die Stadt liegt im Mittelböhmischen Hügelland im Südwesten Böhmens. Weiter ging es durch das einst wilde Tal der Moldau bis nach Velka, wo hohe Felsen direkt aus der Moldau ragen und das Ufer begrenzen. Was für ein Augenschmauß! Weiter nach Norden in den Pürglitzer Wald und zur Burg von Krivoklat. Die letzten Stationen der Bikertage 2022 waren schließlich Rakonitz, Lischan und Graupen. Nach knapp 300 Tageskilometern bzw. um die 3.000 Kilometern Gesamtstrecke mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen gehen die Bikertage 2022 nun zu Ende. Wir sagen wie immer Glück Auf und Ciao Ciao. Auf uns Jungs und bis bald!
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Dienstag, 20.06.2023: Heute geht es auf schlanken 350 km durch das Jura-Gebirge nordwestlich des Alpenkammes. Unser Tagesziel ist das wunderschöne Annecy am gleichnamigen See in den Savoyer Alpen. Nach dem Start in Belfort zog es uns nach Süden ins nördliche Jura und damit in die Schweiz. Durch das Tal der Allaine kommen wir zur zur Lomontkette, über die wir uns hinauf zum Col de la Croix mit seinen überschaubaren 789 Höhenmetern winden. Über dessen Südrampe erreichen wir das enge Tal des Doubs, wo sich auf 440 Metern über dem Meer das historische Städtchen Saint-Ursanne befindet. Wir folgen dem Verlauf des Doubs, der die Region in einem riesigen Bogen durchzieht und erst in Ostfrankreich in die Saone mündet. Die schnelle Nationalstraße 18 bringt uns über die Jurahochfläche der Franches-Montagnes vorbei am Neuenburgersee wieder nach Frankreich in die Region Bourgogne-Franche-Comté. Auf der D67B kommen wir nach La Cluse-et-Mijoux und wechseln später bei Vallorb wieder in die Schweiz. Nun fahren wir ins benachbarte Vallée de Joux, einem Hochtal auf 1.000 Metern Seehöhe. Über den 1.447 m hohen Col du Marchairuz verlassen wir das Vallée de Joux. Entspanntes Kradwandern mit Blick auf den westlichen Genfersee. Über Chezery-Forens und Bellegarde sur Valserine kommen wir in die Savoyen-Metropole Annecy. Wir haben im Hôtel du Palais de l'Isle gebucht und freuen uns auf den Abend in den alten Gassen am Lac d´Annecy.
Mittwoch, 21.06.2023: Wir starten gegen 10:30 in Annecy zur 264 km langen Tagestour nach Pont-Saint-Martin im italienischen Aostatal. Unsere Route führt uns am Ostufer des Lac d´Annecy entlang und weiter über den Col de la Forclaz (1.157 m) nach Talloires. Nach Faverges rollen wir auf der D12 in Richtung Albertville. Wir folgen dem breiten Tal der Isére nach Süden. Nach Notre-Dame-de-Briançon kommen wir nach Moûtiers, dem Hauptort des Tarentaise und fahren weiter bis Saint-Marcel im Isère-Tal. Hier beginnt die D88 zum spektakulären Anstieg nach Notre-Dame-du-Pré. 27 irre Kehren liegen zwischen uns und dem nördlichen Scheitel des Col du Tra (1.300 m). Geisteskrank! Über die Cote de Longefoy wedeln wir die kurvenreiche und exzellent ausgebaute Strecke hinab ins Tal der Isére nach Aime-La-Plagne. Auf der D86 oberhalb des Tals der Isère kommen wir nach Bourg-Saint-Maurice. Hier treffen sich die Passstraßen vom Cormet de Roselend (1.967 m), Col de l'Iseran (2.764 m) und vom Kleinen-Sankt-Bernard (2.188 m). Über letzteren verlassen wir nun Savoyen mit Ziel Aostatal im Piemont. Durch La Thuile und über den Colle San Carlo (1.950 m) rollen wir hinab ins Aostatal. Nach weiteren 80 km kommen wir endlich nach Pont-Saint-Martin: Wir haben im Hotel Crabun gebucht - Halbzeitfeier!

Donnerstag, 22.06.2023: Hier im Aostatal steht die Luft: Wir laufen bereits im Notbetrieb. Bei knapp 30 Grad starten wir zur 233 km langen 6. Tagestour nach Bellagio am Comer See. Die ersten Kilometer fahren wir durch das beschauliche Point-Saint-Martin und sind recht angetan von der 3.500 Einwohner zählenden Stadt am Eingang zum Aostatal. Das erste Ziel ist die alte Bergstraße um den Monte Mucrone nach Oropa. Durch Settimo Vittone und Nomaglio kommen wir ins über 800 Jahre alte und 500 Einwohner zählende Bergdorf Andrate auf 836 Metern Seehöhe. Wir sind nun im Piemont, der größten italienischen Festlandsregion. Durch die herrlichen Kurven der SP512 im Naturschutzgebiet der Trappa-Bagneri kommen wir zum Monumentalkomplex des Heiligtums von Oropa. Der Wallfahrtsort liegt etwa zwölf Kilometer nordwestlich der Stadt Biella auf 1.150 Metern Höhe. Wir wollen zum Scheiteltunnel Galleria di Rosazza, der sich unter dem Colle della Colma befindet. Doch dann Vollsperrung! Also Planänderung. Weiter über Biella, Zumaglia und Petinengo. Nach der recht langweiligen Eierei in der Provinz Novara kommen wir bei Sesto Calende in die Lombardei: Besozzo, Gaggiolo, Chiasso (CH), Como und endlich Bellagio. Wir sind am Aqua&Co, dem heutigen Tagesziel. Morgen ist Ruhetag - Lasset die Spiele beginnen!
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Freitag, 23.06.2023: Heute ist Ruhetag im Team! Wir nahmen unser Frühstück auf der Terrasse oberhalb des Comer Sees mit klarem Blick in die Berge – besser geht’s kaum. Zu Fuß und mit Rucksack machten wir uns später auf den Weg hinunter nach San Giovanni bei Bellagio. Ein komisches Gefühl, denn ohne die Kombi, den Helm und das Krad fühlt man sich so unbeschützt. Also Augen auf und Vorsicht beim Laufen. Nach einer knappen Stunde Fußmarsch erreichen wir den Comer See, das vorletzte Ziel der Bikertage 2023. Der Blick schweift über Italiens drittgrößten See, der in der Lombardei reizvoll in die Ausläufer der Alpen eingebettet ist. Aber jetzt rein in die Fluten! Nach der genialen Erfrischung im klaren Wasser des Comer Sees zog es uns nun ins malerische San Giovanni mit seinen engen Gassen und bunten Häusern. Nach ein paar Fotos im kleinen und touristisch weniger bekannten Ort stürzten wir uns nun in die Kultur, denn wir wollen – wie empfohlen – durch die Gärten der Villa Melzi bis nach Bellagio flanieren. Die Gärten erstrecken sich entlang des Seeufers hinter San Giovanni und sind für ein paar Euro Eintritt zu besichtigen. Genau der richtige Wind für uns Kulturlegasteniker. Gelohnt hat es sich allemal! Ziemlich beeindruckt verlassen wir den Park und schlendern auf der Flaniermeile in Richtung Bellagio. Den restlichen Tag verbrachten wir am Pool und der örtlichen Gastronomie. Was für ein herrlicher Tag!
Sonnabend, 24.06.2023: Die vorletzte Tour der Bikertage 2023 bringt uns heute über den Alpenhauptkamm nach Nassereith in Tirol. Vor uns liegen spektakuläre 310 Kilometer. Auf geht’s! Das erste Highlight war eine kleine Kreuzfahrt über den Lago di Como. Von Bellagio aus wollen wir ans Ostufer nach Varenna und das geht am besten mit der Fähre. Sehr schön! Nach unserem kleinen maritimen Intermezzo fahren wir nun auf der östlichen Uferstraße SP72 in Richtung Praedo. Nun müssen wir ein paar schnelle Kilometer machen. Also rauf auf die SS36, die bei Colico direkt ins Valltelina mündet und an deren Ende bei Bormio der grandiose Stelvio auf uns wartet. Nach Tirano, dem Zielort des legendären Berninaexpress, kommen wir schließlich nach Bormio, dem Hauptort des oberen Veltlins. Hier beginnt die Westrampe hinauf zum Stilfser Joch; mit 2.757 m der höchste Pass Italiens. Die 49 km lange „Königin der Alpenstraßen“ verbindet Bormio in der Lombardei mit dem Südtiroler Prad und gilt mit ihren 48 Kehren der Ostrampe als eine der imposantesten Straßen der Welt. Wir genießen - leider nicht alleine - die spektakulärste Strecke der Bikertage 2023. Nach diesem monumentalen Denkmal italienischer Straßenbaukunst fahren wir talwärts nach Prad und kommen über Glurns und Graun an den Reschensee mit seinem halb versunkenen Glockenturm. Ein paar Fotos später verlassen wir über den Reschenpass Südtirol und wechseln gleichzeitig von Italien nach Österreich. Nauders, Landeck und Imst waren die letzten Stationen unserer Route nach Nassereith, dem Zielort der heutigen Tour. Im Landgasthof "Seeblick" fiel dann die vorletzte Klappe der Bikertage 2023.

Sonntag, 25.06.2023: Wir schreiben Sonntag, den 25. Juni. In gewohnter Truppenstärke kaperten wir das Frühstück und zahlten im Anschluss die Spesenrechnung des gestrigen Abends. Ein Gruppenfoto später sitzen wir bereits wieder im Sattel und verlassen Nassereith in Richtung Fernpass. Unsere letzte Tagestour bringt uns heute wieder in heimische Gefilde, wo auch immer diese genau sind. Vor uns liegen reichlich 500 Kilometer, die wir nun gemeinsam angehen werden. Bei abermals idealem Motorradwetter mit blauem Himmel und angenehmen Temperaturen fahren wir über den 1.216 Meter hohen Fernpass in den Tiroler Alpen. Im weiteren Verlauf der Fernpassstraße kommen wir schließlich nach Ehrwald und verlassen Österreich über die Bayrisch-Tiroler Landesgrenze nach Garmisch-Partenkirchen. Auf der ziemlich stressfreien Autobahn 95 rollen wir tiefenentspannt nach und durch München. Immer wieder beeindruckend ist der Blick auf das ehemalige Olympiagelände. Ab Schwabing nehmen wir die komplett übersteuerte A9 und haben uns am Rasthof Fürholzen zur großen Verabschiedungsrunde getroffen. Neun Tage waren wir nun unterwegs und haben in 5 Ländern auf knapp 3.000 Kilometern unsere Spuren hinterlassen. Wir hatten eine wie immer exklusive Zeit und freuen uns auf ein neues Tourenjahr mit neuen Bikertagen. Bis dahin, Ciao Ciao und Glück Auf!
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Sonnabend, 17.06.2023: Gegen 10 Uhr starten wir in Frohburg zur 390 km langen ersten Tagestour. Unser Ziel ist die Kleinstadt Homberg/Efze im osthessischen Bergland. Im dortigen Burghotel werden wir ab dem späten Nachmittag erwartet. Nach dem Altenburger Land kommen wir in den Raum Freyburg an der Unstrut und sehen den Burgenlandkreis von seiner schönsten Seite. Wir rollen über Nebenstraßen und durch Orte, deren Namen die Mehrzahl der Gruppe noch nie gehört hat. Es macht Spaß und genauso soll die Tour auch sein. Dort, wo Autofahren die Schmerzgrenze überschreitet, kommen wir mit den Reiseenduros gut voran. Hinter Kölleda schwingen wir mit breitem Lächeln durch die Kurven der B85 Richtung Bad Frankenhausen und sind nun im Kyffhäuserkreis in Günserode. Wir genießen die Fahrt in der unberührten Naturlandschaft der Hainleite und kommen schließlich nach Mühlhausen im Nordwesten von Thüringen. Auf der B249 fahren wir über den Hainich in den hessischen Werra-Meißner-Kreis. Bis ins Osthessische Bergland ist es nun nicht mehr weit und wir schlagen gegen 17 Uhr am Tagesziel in Homberg auf.
Sonntag, 18.06.2023: Gegen 10:30 brechen wir auf zur Tagestour Nummer Zwei. Unser Ziel ist das saarländische Saarlouis, von dem uns aktuell 412 km trennen. Vor uns liegt eine abwechslungsreiche Tour durch den Westen Deutschlands mit dem Höhepunkt Rheintal. Wir folgen dem herrlichen Verlauf der B253 bis Dillenburg und kommen vom Rothaargebirge in den südlichen Westerwald. Bei Braubach erreichen wir das Mittelrheintal. Linksrheinisch liegen die Gebirgszüge von Hunsrück und Eifel, rechtsrheinisch Taunus und Westerwald. Bei Sankt Goarshausen grüßt vom Felsen die Loreley - Rheinromantik pur! Nun mit der Fähre Kaub über den Fluß und weiter nach Bacharach. Über Rheinböllen, Simmern, Kappel und Hahn arbeiteten wir uns immer weiter vor in den äußersten Südwesten der Republik. Durch den Naturpark Saar-Hunsrück kommen wir in den Raum Dillingen und weiter Richtung Saarlouis. Gegen 17 Uhr erreichen wir die sechstgrößte Stadt im Saarland, die mit ihrem Altstadtflair schwer an Frankreich erinnert.

Montag, 19.06.2023: Das heutige Tagesziel ist die Stadt Belfort in Ostfrankreich. Sie liegt im Süden des Elsass, ca. 50 Kilometer westlich von Mühlhausen. Davor geht’s in die Vogesen mit dem ersten Berge-Knaller der Tour. Gespannte 340 km liegen vor uns. Zwischen Saarlouis, Völklingen und Saarbrücken gab es nichts zu sehen. Wir wechselten ans andere Saar-Ufer und sind nun in der neuen französischen Region Grande Est, in die nach der Territorialreform 2016 unter anderem das Elsass aufgegangen ist. Über Pfalzburg kommen wir in die Nordvogesen. Die Franzosen hören es nicht gerne, aber wenigstens geologisch gehören die Nordvogesen zum Pfälzerwald. Da sie aber in Frankreich liegen, hat sich der französische Name „Vosges du Nord" – also Nordvogesen eingebürgert. Weiter in Richtung Raone-l´Etape, Saint-Die des Vosges und Gerardmer. In Le Thillot im äußersten Südosten Lothringens biegen wir auf die N66 in Richtung Saint-Maurice-sur Moselle und verlassen das heiße Tal in den Anstieg hinauf zum Col du Ballon d´Alsace. Der 1.171 m hohe Pass verbindet das Moseltal im Nordwesten mit den Tälern der Savoureuse im Süden. Aus den angenehm temperierten Höhen der Vogesen geht es nun hinab ins ziemlich heiße Territoire de Belfort. Wir verlassen die Region Grand-Est in die Region Bourgogne-Franche-Comté und kommen nach Belfort, wo wir im Hotel Christoph bereits erwartet wurden. Was für ein Tag!
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Dienstag, 04.06.2024: Die Sonne hat uns wiedergefunden! Nach dem genialen Freiluftfrühstück oberhalb der Pliva packen wir und reisen ab. Heute geht es auf schlanken 232 km quer durch Bosnien-Herzegowina nach Sarajevo. Die erste Station war der berühmte Wasserfall am Rande der Altstadt von Jajce. Hier stürzt sich die Pliva in den Vrbass: Nach diesem Schauspiel verlassen wir Jajce nach Südosten ins Vrbass-Tal. Übrigens wurde im von der Wehrmacht unbesetzten Jajce im Jahre 1943 das föderalistische Konzept für das neue sozialistische Jugoslawien entwickelt und daher gilt die Stadt als Gründungsort der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Aha! Wir pflügen durch das Vrbas-Tal und kommen in die Kleinstadt Donji Vakuf an der Westseite des Gebirges Komar. Nach Bugojno fahren wir auf der M16.2 Richtung Gornji Vakuf und genießen die Fernblicke in die bosnischen Berge rings um den Stausee Ramsko Jezero. Das nächste Ziel ist der Neretva-Stausee bei Jablanica, wo wir eine Pause einlegten. Nach dem herrlichen Tal der Neretva kommen wir nach Konjic im äußersten Norden der bergigen Herzegowina. Konjic war im Kalten Krieg der Standort von Titos geheimen Nuklear-Bunker. Mit diesem Wissensvorsprung fahren wir weiter und kommen in die Bjelašnica, einem Gebirgszug im zentralen Bosnien und Herzegowina als Teil des Dinarischen Gebirges. Die Bjelašnica liegt südwestlich von Sarajevo und reicht bis zum Fuße des Berges Igman, unserem nächsten Ziel. Hier fanden 1984 die olympischen Wettbewerbe im Skispringen statt, aus denen Jens Weißflog (DDR) als ein Sieger hervorging. Die gesamte Schanzenanlage wurde im Bosnienkrieg zerstört und fristet ein jämmerliches Dasein. Etwas bedrückt verlassen wir den Berg Igman mit dem Ziel Sarajevo. Wir sind gespannt auf den Abend im Schmelztiegel der Geschichte und beziehen unsere Zimmer im Hotel "President" am Rande des historischen Baščaršija-Viertels: Lateinerbrücke, Kaisermoschee, Sebilj-Brunnen, Gazi-Husev-Beg Moschee, Kaffeestuben, Souvenir- und Handwerkerläden. Sarajevo ist einzigartig und eine eigene Urlaubsreise wert! Wir sind sehr beeindruckt und beschließen einen emotionalen Tag...
Mittwoch, 05.06.2024: Gegen 10:30 verlassen wir die Garage des Hotels President und machen uns an die 215 km lange Tour mit dem Ziel Montenegro. Durch die heiße Innenstadt kommen wir ins olympische Dorf im Südwesten Sarajevos, in das lange nach seiner Zerstörung wieder neues Leben eingezogen ist. Auf der M18 kommen wir nach Trnovo, das seit dem Vertrag von Dayton, der das Ende des Bosnienkrieg besiegelte, in zwei Teile getrennt ist. Die Föderation Bosnien und die Rep. Srpska grenzen hier aneinander - hoffentlich gehts gut! Wir fahren weiter durch die Treskavica, ein zu den Dinariden gehörendes Gebirgsmassiv im Zentrum von Bosnien und Herzegowina. Die Straßen sind ganz gut in Schuss und wir genießen die Kurven über das nur spärlich bewachsene Hochplateau zwischen Trnovo und Kalinovik. Eine Landschaft wie aus aus den Winnetou-Filmen zieht vorbei und wir kommen ins Dorf Jelascha. Hier ist dann auch Schluss mit Asphalt und wir sind im Enduro-Himmel angekommen. Die Piste nimmt kein Ende und wir wundern uns, dass hier überhaupt gefahren werden darf. Später recherchierten wir, dass diese Strecke ein Teil des Trans Euro Trail TET ist. Über 100.000 km frei befahrbare Offroad-Pisten sind hier zusammengefasst. In Bosnien gibt’s davon 520 Kilometer und 53 davon sind unser! Die Piste mündet schließlich in die M-20, die uns über die große Talbrücke Trnova Luka ins tief eingeschnittene Sutjeska-Tal bringt. Die Sutjeska mündet schließlich in die Drina, deren Verlauf wir bis Brod folgen. Hier wechseln wir die Talseite und fahren nun auf der M-18 flussaufwärts in Richtung bosnisch-montenegrinische Grenze. Über eine wackelige Brücke über die Drina, die ab nun Tara heißt, überqueren wir die Grenze von Bosnien nach Montenegro. Mit Blick auf Montenegros größten Stausee kommen wir auf der M-3 oberhalb des Piva-Flusses nach Plužine. Hier zweigt die schmale Piste zu unserer heutigen Unterkunft ab. Wir logieren in den urigen Hütten des Rural Resort Tron mit überragendem Blick auf den Stausee. Auf uns!

Donnerstag, 06.06.2024: Was war das für eine urige Unterkunft hier oben über der augestauten Piva. Nach dem abermals ausgezeichneten Frühstück mit regionalem Schwerpunkt packten wir die Bikes und verließen das Rural Resort Tron talwärts Richtung Plužine. Unser heutiges Tagesziel ist die "Vila Nikčević" in Ljuta bei Kotor an der gleichnamigen Bucht an der Adria. Bei strahlend blauem Himmel und angenehmen 20 Grad starten wir zur 315 km langen Tour. Nach der Brücke über den Piva-Stausee Brücke biegen wir in die schmale R-16 und arbeiten uns durch unzählige enge und natürlich unbeleuchtete Tunnel hinauf auf 1.400 Metern Höhe. Wir ziehen unsere Bahnen durch die engen Kurven Richtung Durmitor. Für wahre Offroad-Liebhaber ist diese dünn besiedelte Region im Nordosten Montenegros der absolute Knaller und wir sehen viele Kollegen mit ihren Stollenhopsern. Kurze Zeit später liegt das Durmitor-Gebirge zu unseren Füßen oder besser Rädern und wir sind schwer beeindruckt von den bizarren Felsformationen rund um den 2.293 Meter hohen Prutash. Die schmale Bergstraße schlängelt sich durch die engen Kurven des zentralen Bergmassivs. Später schwingen wir talwärts in Richtung Zabljak, wo sich auf 1.456 Höhenmetern das touristische Zentrum des Nationalparks befindet. Einige Kurvenwalzer danach erreichen wir das tief eingeschnittene Tal der wilden Tara mit seiner berühmten Betonbogenbrücke (Đurđevića-Tara-Brücke). Nach grandiosen Blicken in die Taraschlucht setzen wir die Tour Richtung Mojkovac und das Morača-Tal fort. Nach dessen Ende erwartet uns Podgorica, die Hauptstadt Montenegros. Hier im ehemaligen Titograd ist es heiß und schwül und genauso geht es auch auf den Straßen zu - Balkan live! Nach Podgorica gehts auf der M-3 nochmal so richtig bergauf, bevor wir durch lange Kurven mit prächtigen Blicken auf die Adria an die Küste bei Budva stoßen. Eine halbe Stunde später liegen wir am Privatstrand der "Vila Nikčević" in Kotor/Ljuta und genießen ein eiskaltes Pils. Was war das für ein feiner Tag! Wir freuen uns auf die kommenden zwei Tage an der Bucht von Kotor.
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